Die USA geben offen zu, die Proteste im Iran absichtlich verursacht zu haben

Völkerrechtswidrige Politik der Trump-Administration

von Caitlin Johnstone,* Australien

(13. Februar 2026) In seiner Rede vor dem Bankenausschuss des Senats am Donnerstag erklärte US-Finanzminister Scott Bessent ausdrücklich, dass die USA absichtlich eine Finanzkrise im Iran ausgelöst hätten, um zivile Unruhen im Land zu schüren.

Caitlin Johnstone.
(Bild zvg)

Auf die Frage von Senatorin Katie Britt,1 was die USA noch tun könnten, um Druck auf den Ayatollah und den Iran auszuüben, erklärte Bessent, dass das Finanzministerium eine «Strategie» umgesetzt habe, die darauf abziele, die iranische Währung zu schwächen, was zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft und zu den gewalttätigen Protesten geführt habe, die wir im ganzen Land gesehen haben.

«Eine Massnahme, die wir im Finanzministerium ergreifen konnten und auch ergriffen haben, war die Schaffung einer Dollarknappheit im Land», sagte Bessent.2

«In einer Rede vor dem Economic Club im März habe ich diese Strategie skizziert. Sie kam im Dezember zu einem schnellen und, wie ich sagen würde, grandiosen Höhepunkt, als eine der grössten Banken im Iran zusammenbrach. Es kam zu einem Ansturm auf die Bank, die Zentralbank musste Geld drucken, die iranische Währung befand sich im freien Fall, die Inflation explodierte, und so sahen wir das iranische Volk auf die Strasse gehen.»

Dies ist nicht das erste Mal, dass Bessent solche Aussagen macht. Bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im letzten Monat sagte der Finanzminister Folgendes:3

«Präsident Trump hat das Finanzministerium und unsere OFAC-Abteilung, das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte, angewiesen, maximalen Druck auf den Iran auszuüben. Und das hat funktioniert, denn im Dezember ist ihre Wirtschaft zusammengebrochen. Wir haben gesehen, wie eine grosse Bank unterging; die Zentralbank hat begonnen, Geld zu drucken. Es gibt einen Dollar-Mangel. Sie sind nicht in der Lage, Importe zu tätigen, und deshalb sind die Menschen auf die Strasse gegangen. Das ist also Wirtschaftspolitik, ohne dass ein Schuss fällt, und die Dinge entwickeln sich hier sehr positiv.»

Nach diesen Äusserungen schrieben Jeffrey Sachs und Sybil Fares Folgendes für Common Dreams:4

«Was Minister Bessent beschreibt, ist natürlich keine ‹Wirtschaftspolitik› im traditionellen Sinne. Es handelt sich um einen Krieg mit wirtschaftlichen Mitteln, der darauf abzielt, eine Wirtschaftskrise und soziale Unruhen herbeizuführen, die zum Sturz der Regierung führen. Dies wird stolz als ‹Wirtschaftspolitik› gepriesen.

Das menschliche Leid, das durch einen offenen Krieg und vernichtende Wirtschaftssanktionen verursacht wird, ist nicht so unterschiedlich, wie man vielleicht denken könnte. Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch führt zu einem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff und zerstört gleichzeitig Ersparnisse, Renten, Löhne und öffentliche Dienstleistungen. Ein absichtlich herbeigeführter wirtschaftlicher Zusammenbruch treibt die Menschen in Armut, Unterernährung und vorzeitigen Tod, genau wie ein offener Krieg.»

Bessent stellte diese Pläne bereits im März letzten Jahres im Economic Club of New York vor und sagte Folgendes:5

«Im vergangenen Monat kündigte das Weisse Haus seine Kampagne des maximalen Drucks auf den Iran an, die darauf abzielt, dessen ohnehin schon schwächelnde Wirtschaft zum Zusammenbruch zu bringen. Die iranische Wirtschaft befindet sich in einer chaotischen Lage: Die offizielle Inflationsrate liegt bei 35 Prozent, die Währung hat in den letzten 12 Monaten 60 Prozent an Wert verloren, und es herrscht eine anhaltende Energiekrise. Ich weiss ein wenig über Währungsabwertungen, und wenn ich Iraner wäre, würde ich jetzt mein gesamtes Geld aus dem Rial herausholen.

Dieser prekäre Zustand besteht bereits vor unserer Kampagne des maximalen Drucks, die darauf abzielt, die iranischen Ölexporte von derzeit 1,5 bis 1,6 Millionen Barrel pro Tag auf das Niveau zurückzuführen, das sie hatten, als Präsident Trump sein Amt niederlegte.

Der Iran hat ein komplexes Schattennetzwerk aus Finanzvermittlern und Schwarzmarkt-Öltransporteuren über eine Geisterflotte aufgebaut, um Öl, Petrochemikalien und andere Rohstoffe zu verkaufen, seine Exporte zu finanzieren und harte Währung zu generieren.

Daher haben wir unsere Sanktionskampagne gegen diese Exportinfrastruktur verschärft und zielen nun auf alle Stufen der iranischen Ölversorgungskette ab. Wir haben dies mit einem energischen Engagement der Regierung und der Einbindung des privaten Sektors verbunden.

Wir werden den Iran vom internationalen Finanzsystem abschneiden, indem wir gegen regionale Akteure vorgehen, die den Transfer seiner Einnahmen erleichtern. Das Finanzministerium ist bereit, offene Gespräche mit diesen Ländern zu führen. Wir werden den iranischen Ölsektor und die Drohnenproduktionskapazitäten des Landes lahmlegen.

Wir haben vorab festgelegte Benchmarks und Zeitpläne. Mit ‹Making Iran Broke Again› [Den Iran wieder in den Bankrott treiben] beginnen wir unsere aktualisierte Sanktionspolitik. Bleiben Sie dran.»

Von dem Wirtschaftskrieg der USA sind Millionen unschuldiger
Menschen im Iran betroffen. (Bild hr)

Die USA schmieden seit Jahren Pläne, um durch wirtschaftliche Konflikte Unruhen im Iran zu schüren. 2019 gab Trumps ehemaliger Aussenminister Mike Pompeo offen zu,6 dass das Ziel des Wirtschaftskriegs Washingtons gegen den Iran darauf abziele, die Bevölkerung so in Not zu bringen, dass sie «die Regierung ändert», und verwies dabei fröhlich auf die «wirtschaftliche Notlage», in die das Land durch die US-Sanktionen geraten sei.

Als letzten Monat Unruhen den Iran erschütterten, stachelte Trump die Demonstranten an7 und ermutigte sie zur Eskalation, indem er sagte: «An alle iranischen Patrioten: Protestiert weiter, übernehmt wenn möglich eure Institutionen und bewahrt die Namen der Mörder und Peiniger, die euch misshandeln.» Er fügte hinzu: «Ich kann euch nur sagen: Hilfe ist unterwegs.»

Der bewusste Versuch, einen Bürgerkrieg in einem Land zu entfachen, indem man die Bevölkerung so stark in die Armut treibt, dass sie aus purer Verzweiflung beginnt, ihre eigene Regierung anzugreifen, ist eines der bösartigsten Dinge, die man sich vorstellen kann. Aber unter dem westlichen Imperium ist das nichts Ungewöhnliches. Sie tun dies im Iran, und sie haben auch ihre Bemühungen, dies in Kuba zu tun,8 aggressiv verstärkt. Dessen Regierung hat soeben angekündigt,9 dass sie Öl rationieren wird, da die USA versuchen, den Inselstaat zu strangulieren, um einen Regimewechsel zu erzwingen.

Derzeit wird den Epstein-Akten viel Aufmerksamkeit geschenkt, was verständlich ist. Es ist jedoch anzumerken, dass nichts darin so verdorben und missbräuchlich ist wie das, was unsere Machthaber ganz offen tun.

* Caitlin Johnstone ist eine unabhängige Journalistin, die sich auf amerikanische Politik, Finanzen und Außenpolitik spezialisiert hat und in Australien wohnt. Johnstone studierte Journalismus an der Royal Melbourne Institute of Technology. Auf ihrem Blog schreibt sie unermüdlich und furchtlos zu den wichtigen Themen der Zeit und liefert dort scharfsinnige wie scharfzüngige Analysen, die – da ausnahmslos durch ihre Leser finanziert – erfrischend unbeeinflusst von Staat und Industrie sind.

Quelle: https://www.caitlinjohnst.one/p/the-us-keeps-openly-admitting-it, 6. Februar 2026

(Übersetzung «Schweizer Standpunkt»)

1 https://www.youtube.com/live/sjAzaitddhE?t=4835s

2 https://x.com/clashreport/status/2019506823213039993

3 https://x.com/incontextmedia/status/2013806043306832102

4 https://www.commondreams.org/opinion/economic-statecraft

5 https://home.treasury.gov/news/press-releases/sb0045

6 https://x.com/caitoz/status/2011167228633461012

7 https://www.youtube.com/watch?v=TaANiFhhhlQ

8 https://www.caitlinjohnst.one/p/the-us-is-pushing-so-many-regime

9 https://www.reutersconnect.com/item/cuba-to-roll-out-rationing-plan-as-us-moves-to-block-fuel-supply/dGFnOnJldXRlcnMuY29tLDIwMjY6bmV3c21sX1JDMlJGSkFOUk1YVA

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